Allgemein, Events, Kunst und Kultur

Berlinale 2018, die vierte.

Vom 15. bis zum 25. Februar fanden die 68. Berliner Festspiele aka Berlinale statt. Ob man hin geht, stand nicht zur Debatte – Tasche gepackt, ins Auto gestiegen und 650km und 6 Stunden später waren wir ready für die feierliche Eröffnung in der Fan Area am Red Carpet.

Für den Opening Film fiel dieses Jahr die Wahl auf den Animationsfilm von Regisseur Wes Anderson „Isle of Dogs“, der im Übrigen auch den Silbernen Bär für die beste Regie erhalten hat.  Das tolle an dem Beitrag? Die Stimmen wurden von Créme de la Créme des Hollywood verliehen – Jeff Goldblum, Bill Murray, Liev Schreiber, Bryan Cranston und Greta Gerwig haben den Cast bei der Eröffnung in Berlin vertreten. Unter anderen prominenten Gästen dieses Abends fanden sich Hellen Mirren, Elle Fanning, Heike Makatsch, Elyas M’Barek, Moritz Bleibtreu sowie viele andere Stars der deutschen und internationalen Kinoindustrie.

Dieses Jahr erinnerte die Fan Area jedoch eher den Presse- als Fanbereich, denn jeder war mit einer SRL Kamera ausgestattet und das Geschreie „XY, one look to your left! YZ, one look to your right“ festigte den Eindruck, sowie die Nacken- und Rückenschmerzen nach zwei Stunden fotografieren. Einmaliges Erlebnis – ich glaube, ich weiß, wie ein Paparazzo sich fühlt 🙂 Das war’s aber vorerst mit den Aufnahmen. Next Stop – Filme.

Dieses Jahr schafften wir tatsächlich in den Berlinale Palast. Zuerst müsste man jedoch erzählen, wie man an die Tickets kommt, denn es ist nicht ganz ohne. Generell ist Vorverkauf bei der Berlinale etwas suboptimal. Dafür gibt es ganz viele Gründe – aufgrund der Anzahl der Beiträge wird das Programm erst wenige Tage vor dem Festival veröffentlicht. Die Presse-Mitarbeiter genießen gewissen Sonderstatus und für sie werden die Tickets zurückgelegt. Die nicht abgeholten Tickets (seien wir ehrlich, man schafft auf keinen Fall alle Filme) werden eine Stunde vor der Vorführung zum Verkauf freigegeben sowie noch irgendwelche hergezauberte Restkarten. Der Punkt ist, man kommt schon immer rein, wenn man eine Stunde vor der Eröffnung der Tageskasse da ist = der erste. Und so läuft es prinzipiell in jeder Spielstätte, die Wettbewerbsfilme zeigt. Berlinale Palast ist jedoch aufgrund der Premieren, die vom Cast auch besucht werden, mehr als einfach beliebt.

Somit war es fast töricht, gleich zwei Premieren an einem Abend sich anschauen zu wollen – Las Herederas von Marcelo Martinessi (Paraguay) und Damsel von David und Nathan Zellner mit Robert Pattinson und Mia Wasikowska in Hauptrollen. Wir haben jedoch die Tickets gesichert: Einfach knapp 1,5h früher da gewesen, zu zweit – a) es ist ****kalt in Berlin in Februar und das Einkaufszentrum Arcaden ist wahrhaftig eine willkommene Zuflucht und b) die Schlangen für unterschiedliche Filme werden aufgeteilt, denn die Tickets werden zuerst für den ersten Film (von der Uhrzeit) und dann irgendwann später für den Zweiten, späteren, zum Verkauf freigegeben. Kompliziert – ich schreibe irgendwann ein Buch drüber.

Las herederas erzählt die Geschichte von einem Liebespaar in einer für die beiden schwierigen Zeit. Was dabei eine ganz unwesentliche Rolle spielt – es sind zwei Frauen. Was nicht unwesentlich ist – der Film kommt aus Paraguay und ich frage mich, wie revolutionär er für die Gesellschaft dort sein musste. Las herederas gewann nicht nur den Silbernen Bär Alfred-Bauer-Preis und den Silbernen Bär für die Beste Darstellerin der internationalen Jury, sondern wurde auch von der Independent Jury sowie Publikumspreisen ausgezeichnet.

Damsel. Auch hier geht es, wie der Titel schon sagt (ok, musste ich auch nachschauen, was es für ein Wörtchen ist), um eine Frau. Eine starke Frau. Das versteht man aber erst gegen das Ende des Films. Besonders erwähnenswert ist jedoch nicht der Film, sondern der Auftritt von Robert Pattinson auf dem roten Teppich – er hat gefühlt Selfie mit jedem Mädchen aus Fan Area geschossen und alle möglichen Karten unterschrieben. Im Gegensatz zu seinen deutschen Schauspielkollegen, hat er sich richtig Zeit für seine Fans auf dem roten Teppich genommen. Vorbildlich.

Next Stop: The Bookshop. Einer der schönsten und witzigsten Filme des Festivals. Überraschung: Auch hier steht eine Frau im Vordergrund – eine mutige, engagierte junge Dame, gespielt von Emily Mortimer (Match Point) die ihrer Zeit voraus ist und es dennoch versucht, die Gesellschaft um sie herum ebenfalls nach vorne zu bringen und Dinge auf ihre Art voranzutreiben.

The Happy Prince: Der Film zeigt die letzten Jahre des Lebens von Oscar Wilde. Verurteilt für 2 Jahre zu harten Zwangsarbeiten in einem Zuchthaus wegen seiner Homosexualität verlor er seine Vernunft und Gesundheit. Unfassbar und traurig, dass er erst 2017(!) freigesprochen wurde.  Ein Film, der uns zwingt darüber nachzudenken, wie dankbar wir sein müssen, heute zu leben. Auch wenn es bei weitem nicht perfekt ist. Ein Film, der uns zwingt darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, sich zu engagieren – für Menschenrechte, für Frauenrechte (ja, es ist ein Thema), für Minderheiten, für Waisenkinder, für Flüchtlinge. Egal für was, aber Dinge zu bewegen, damit ein solch grausames Schicksal, wie es ein großartiger Schriftsteller erlitten hat, niemanden mehr aus diesem Grund einholen kann.

Der letzte auf der Liste: Dovlatov. Ein aus der Reihe tanzender Schriftsteller während der Sowjetzeit. Ehrlich gesagt, kam mir so vor, als ob da nicht die Sowjetzeit, sondern das heutige Russland gezeigt wurde. Frage ist, ob der Regisseur es auch so angedacht hat oder war es Zufall. Welche Chancen hat man, um sich gegen die Zensur und das System durchzusetzen? Keine. Dovlatov hat übrigens auch einen Silbernen Bär für Kostüme und Production Design erhalten.

Selbstverständlich ging die #metoo-Debatte auch nicht an einer Berlinale vorbei. In seinen Reden an letzten Festivaltagen hat der Festivaldirektor Dieter Kosslick die Rolle der Frauen besonders hervorgehoben – durchaus einige Filme aus dem diesjährigen Festivalprogramm wurden entweder von den Frauen im Wesentlichen kreiiert oder wurden die Frauenrollen in den Fokus gestellt. Das ist nämlich das, was das Festival auszeichnet – das Programm ist der Spiegel der Zeit. Somit darf man auf die nächste Berlinale gespannt sein, denn sie wird uns zeigen, was uns im Jahre 2018 getrieben hat.

 

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Kunst und Kultur, Reflektionen

Moulin Rouge – die Liebesgeschichte der Milleniumzeit

Als Moulin Rouge 2001 in Kinos kam, bin ich selbstverständlich hin. Dennoch habe ich mir den Film seit jenem Kinobesuch nie wieder angesehen – obwohl das Ende im allerersten Textabsatz verraten wird, war es doch am Ende für 15-jährige mich zu traurig. Bis er plötzlich in Disney Channel kam und mir klar wurde, dass ich in jenem Alter den Film in seiner Genialität gar nicht verstehen konnte.

Der Regiesseur war seiner Zeit voraus: Die theatralische Kulisse, vor der die Handlung abspielt, inspierierte zusammen mit den manchmal sogar übertriebenen Kostümen zahlreiche weitere Produktionen. Eine frische und natürliche Nicole Kidman, die sowohl schauspielerisch, als auch gesanglich mich in der Rolle neu überzeugte. Ewan McGregor – der Mann aller Superlative, in den ich mich damals, na klar, verliebt habe. Die zu Beginn scheinbar unbeschwerte Komödie wendet sich zur unabwendbaren Tragödie am Ende. Moulin Rouge protzt im Gegensatz zu den anderen Musicals mit krassen Cover-Versionen wie Roxanne oder Show must go on. Viel Eigenes bekommt man nicht zu hören außer DEm Song 🙂 Ah, den habe ich immer noch im Playlist. Ein „La La Land“ steht trotz des fetten Oscar-Coups meiner Meinung nach doch einige Stufen drunter.

Allgemein, Events, Kunst und Kultur

Berlinale 2016: Lauter, größer, prominenter

Meine erste Begegnung mit Berline fand vor zwei Jahren statt, worüber ich auch berichtet habe. Letztes Jahr hat leider doch nicht geklappt – umso größer war die Freude auf die 66. Internationalen Filmfestspiele in Berlin.
Während dieser Event 2014 für mich eine große Unbekannte war, lief es dieses Jahr ganz anders. 2016 wusste ich ganz genau, welche Filme ich mir ansehen will. Auch die Antwort auf die Frage „Wer gewinnt denn?“ hat mich tatsächlich sehr interessiert. Denn dieses Jahr habe ich mir tatsächlich drei Filme angesehen, die alle um den goldenen Bären gekämpft haben: „Midnight Special“, „Boris sans Beatrice“ und „L’Avenir“ auf der Agenda.

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Kunst und Kultur

Fünf Erkenntnisse über Woody Allen

In einem Gespräch über die Kunst und das Kino ist mir aufgefallen, dass ich keinen einzigen Film von Woody Allen gesehen habe. Tarantino? Kein Riesenfan, aber ja, klar. Scorsese? Oh ja, eine Menge. Michael Bay, Joss Whedon, Peter Jackson – ja, überall etwas dabei. Insbesondere bei den Blockbustern.
„Wie?! Du hast „Vicky. Christina. Barcelona“ nicht gesehen?!“ Ähm… Nein. So habe ich beschlossen, mich kurz kulturell weiterzubilden und habe mir fünf seiner Werke angesehen. Zugegeben habe ich mich auf den jüngeren Arbeiten konzentriert. Nach dem traurigen (weil gescheitert) Versuch sich Fellinis „Dolce Vita“ anzusehen habe ich verstanden, dass ziemlich bis sehr wenig aus den Schwarz-Weiß-Zeiten für mich existiert. Die oben erwähnte reichlich preisgekrönte Komödie war selbstverständlich ebenfalls auf der Liste. Nur habe ich nicht verstanden, an welcher Stelle ich lachen sollte. Damit wird die Liste meiner Erkenntnisse über Woody Allen eröffnet.

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Gesellschaft, Kunst und Kultur, Reflektionen

Über die Helden

Neulich habe ich mir den Film „Captain Amerika“ angeschaut. Trotz aller Kritiken – er sei langweilig und so – hat der Film mich total begeistert. Insbesondere das Charisma einiger Charaktere: Einer wirft sich auf die Granate, um seine Kameraden zu schützen, der andere schluckt die Todespille, um für eine Idee zu sterben. Dann habe ich mir die Frage gestellt, wer von uns für einen Heldentat bereit wäre?
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