Allgemein, Reflektionen

Über das Wissen, das wir nicht wollen.

Die Transparenz: Wenn man nach diesem äußerst populären Begriff googelt, findet man mehr als 32 Mio. Treffer. Transparenz ist in aller Munde, in jeder Lebensebene: Wir wollen Kostentransparenz, Politiktransparenz, Informationstransparenz. Wir wollen alles wissen. Ein zweites mega-angesagtes Thema ist der Datenschutz: Nicht nur über Kontodaten machen wir uns Sorgen, sondern auch über hochgeladene Bilder, Speicherung der IP-Adresse und Verwendung der Cookies auf unseren Rechnern… Haben wir uns jemals gefragt, wie viel Preis wir selber von uns geben und welche Transparenz über unser eigenes Leben wir freiwillig verschaffen?

Nach Aussagen eines in den IT-Themen sattelfesten Kerl, muss der User nicht mal es öffentlich auf Facebook schreiben, wo er sich heute Abend aufenthält, damit ein Besessener ihn aufspüren kann. Dafür muss man nur seine Posts und private Nachrichten über einen statistischen Algorithmus durchlaufen lassen – und voilà. Ok, das ist jetzt etwas übertrieben. Aber was ist mit dem Wissen, welches wir unseren „Freunden“ und welches diese ihrerseits uns ebenfalls zur Verfügung stellen? Wollen wir diese Ebene der Transparenz wirklich?
Likes, Fotos und Seiten können uns so viel über eine Person verraten, dass diese noch vor einer persönlichen Begegnung einen gewissen Stempel erhält. Facebook gibt uns jederzeit einen umfassenden Bericht, wer wann was und mit wem gemacht hat. Inwiefern dieser Bericht stimmt, lässt sich begrenzt verifizieren – eigentlich nur über die direkte Kommunikation. Allerdings verfrachten sich einige sich so tief in das virtuelle Leben, dass es keinen Platz mehr für das echte gibt.
Ich hatte auch schon öfters den Eindruck, dass dieses Wissen uns viel mehr verletzen, als zu Gute tun kann, und… habe mich auf die Suche nach den externen Inputs gemacht und mein Umfeld ein wenig zu dem Thema befragt (selbstverständlich auf dem realen und nicht virtuellen Weg).
Erkenntnisse und kurze Zusammenfassung: Bedürfnis nach Belanglosigkeit ist da und somit ist Facebook ein tolles Unterhaltungsmedium – keine Frage. Ich persönlich erfahre über die Fan-Seiten über die Ereignisse der internationalen Bedeutung: Erdbeben, Explosionen etc. Allerdings verdummen die Menschen drastisch dadurch, denn sie widmen sich lieber dem Online-Stalken, als der Offline-Kommunikation.
Mein Fazit: Die heutige Konsumgesellschaft hat es noch nicht gelernt, wie sie richtig konsumieren sollte. Klar, gibt es Ausnahmen, aber bis wir alle soweit sind, wird noch einige Zeit vergehen.
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