Gesellschaft, Kunst und Kultur

Über die Pseudo-Hipster

Alles hat damit begonnen, dass ich in einer Modezeitschrift einen Artikel über die Hipster-Schuhe gesehen habe. Also, Artikel klingt auch etwas übertrieben, aber gut… Schließlich war es eine Modezeitschrift. Ich war nie besonders schlau in den Subkulturen – Anthropologie war nie mein Hobby, daher habe nur ganz oberflächlich gedacht: Wer sind zum Teufel Hipster?
Für alle, die aus einem oder dem anderen Grund dies immer noch nicht wissen: Hipster stellen eine Subkultur dar, die ihre Blüte Mitte des XX. Jahrhunderts in den USA erlebte. Hipster haben sich für alternative Musik und Kunst interessiert und lebten das Leben der Outsider.

Meiner Aufklärung in der Hipster-Geschichte verdanke ich übrigens meiner Freundin, die in ihrem Blog einen ziemlich kritischen Artikel über die modernen Pseudo-Hipster geschrieben hat. Laut ihrer Beobachtung tragen neun von zehn Mädels der kreativeren Studiengänge XL-Hemde, rote Skinny-Jeans und Brille à la Woody Allen. Dabei wird nicht über das kulturelle Erbe des Kultregisseurs gesprochen, sondern über die Eigenschaften des neuen iPhones/iPads. Der Anspruch der Angehörigen des erwähnten Studiengangs ist aber: Ich bin mega-kreativ, höre Musikkünstler, die keiner kennt, und finde diese total geil. Der Normalsterbliche würde sich schon irgendwie für seine Zugehörigkeit zum Mainstream schämen.
Meine letzte Begegnung mit dem neumodischen Begriff erlebte ich auf Facebook. Der Test „How Hipster are you?“ fragte mich nach der Art, wie ich Musik höre, welche Brille ich bevorzuge und wie ich mich durch die Stadt bewege (also, womit). Irgendwie kam das gar nicht überraschend, dass dieser Test keine einzige Frage zu einem Kulturthema beinhaltete.
Ich habe beschlossen, eine Ausstellung im bekanntesten Kunstmuseum Stuttgarts zu besuchen: 180° – die Sammlung im Kubus. Das war ein sonniger Sonntag, die Stadt war aufgrund des Sommerfestes voll und es gab sogar andere Besucher der Ausstellung außer uns. Nur, dass ich doch keinen einzigen Hipster im Museum und paar Meter drum herum gesehen habe.
Es ist natürlich fraglich wie repräsentativ meine Erkenntnisse sein können. Nur bestätigen das zum Einen meine persönliche Einstellung den Hipstern gegenüber und zum Anderen auch das gesellschaftliche Klischee: Trotz ihres Wunschs sich von der Masse abzuheben und etwas Besonderes zu sein, bilden die Pseudo-Hipster nur eine Schicht des Mainstreams – nicht unbedingt gebildete und ziemlich überhebliche.
Vielleicht wird die Anthropologie nie zu meinem wirklichen Hobby, aber ich würde schon sehr gerne dieses Thema weiterhin verfolgen. Hoffentlich werde ich zum Schluss doch positiv überrascht.
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