Eine Bank auf dem Promenadekai in Dnepropetrowsk
Reflektionen

Über meine zwei Leben

Ich habe nie bereut, dass ich ausgewandert habe. Mein Leben jetzt ist genau so toll, wie früher.

Heimatbesuche sind selten und Internet hilft, die Distanz zu kürzen und Heimweh zu lindern. Was aber auch Internet nicht schafft, ist die Erinnerungen zu wecken, wie es einfache Gerüche tun können.

Staubige Luft und glühende Sonne. In den Innenhöfen findet man den begehrten Schatten unter Ahorn oder Kastanien-Bäumen. Das Geruch ist unbeschreiblich, es erinnert an die Schule und  Spiele im Sandkasten. Es ist auch die Zeit vor dem Last Bell – die Schulabsolventen bereiten sich vor und ich erinnere mich an mich selber vor genau 10 Jahren.
Es riecht nach Smog. Ich denke an die morgendlichen Stunden auf dem Weg zur Arbeit. Alles bewegt sich: Autos, Menschen, Bigboards… Wie Ameisen in ihrem Hügel.
Verwandschaftsbesuche, Treffen mit den Freunden – die Menschen um sich rum zu haben, mit denen man durch dick und dünn gegangen ist und denen man alles anvertrauen kann, ohne Befürchtung, beurteilt zu werden. Sich an die Vergangenheit erinnern, zuschauen, wie schon ihre Kinder wachsen. Mitten dieses Lebens wird mein Second Life immer transparenter.
Aber nach einer Woche rückt komischerweise der bereits etablierte Alltag wieder in Vordergrund und aktiviert den Gedanken „ Es ist Zeit nach Hause zu gehen“. An dieser Stelle kommt erneut die Frage, wie man beide Leben unter einem Dach unterbringen kann. Die Antwort darauf ist noch nicht vorhanden.
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